Vado Mori ISBN:978-3-905896-19-0

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Preis:29.80CHF

Vado Mori
Wenn der Totentanz Wirklichkeit wird
Markus Blättler

Roman, Deutsche Erstausgabe 
536 Seiten, Klappenbroschur, 135 x 205 mm
CHF 29.80
ISBN 978-3-905896-19-0


«Plötzlich erfüllt Unruhe die Basler Rheinpromenade. Ein Hund beginnt kehlig zu bellen. Verzerrte Stimmen werden laut. Gesichter drehen sich zum Flussufer. Das Kreischen einer Frau zerreißt vollends die sommerabendliche Stimmung. Die Fährglocke wird geschlagen, und Menschen setzen sich in Bewegung. Thea läßt die Becher fallen. Das ungute Gefühl, das sie bisher wie eine kleine Flamme zu kontrollieren vermochte, breitet sich nun wie ein Lauffeuer in ihr aus. ‹Kilian›, stammelt sie mit aufsteigender Panik.»

Hätte Thea Blum, Schülerin am Gymnasium Leonhard, den tödlichen Unfall verhindern können? Von Selbstvorwürfen geplagt, glaubt sie immer öfter, eine fremde Stimme in ihrem Kopf zu hören. Diese flüstert ihr Unverständliches zu: «Esteradon.» Während ihr Vater sich wieder im Alltag zurecht zu finden versucht, freundet sich Thea mit Kerstin, Schulkollegin und selbsternannte Nachtreiterin, an.In ihrem Beisein entwickelt Thea gefährliche Fantasien und erlebt dabei, dass die Grenze zwischen Leben und Tod nicht unverrückbar ist – eine ebenso unheimliche wie herbeigesehnte Erfahrung: Denn Thea will ihren verunglückten Bruder wiederfinden.Dafür begibt sie sich in eine andere Welt … nach Esteradon und löst damit Ereignisse aus, deren Ursprünge weit zurück gehen – bis ins mittelalterliche Basel. Bald steht Thea vor der schwersten Entscheidung ihres noch jungen Lebens.


Rezensionen


24. Januar 2012 – Baslerstab

Wenn der Totentanz Wirklichkeit wird
Einblick ins Totenreich

BASEL – Der Tod geht um in «Vado Mori», Markus Blättlers Erstling. Als erste Zeitung haben wir mit ihm über den noch druckfrischen Roman gesprochen.

Von Corinne Huber

An einem frostigen Januarmorgen erwartet Markus Blättler den Baslerstab bei der Predigerkirche. Der Ort ist nicht zufällig gewählt – auf der Innenseite der Friedhofsmauer des ehemaligen Predigerklosters befand sich bis 1805 der Basler Totentanz. Und dieses Gemälde spielt in Blättlers Erstlingswerk «Vado Mori» eine tragende Rolle: Die grusligen Totentanz-Bilder aus dem Jahr 1440 symbolisieren die Gewalt des Todes über das Leben. Der Tod kennt keine gesellschaftliche Rangordnung und so sieht man, wie tanzende Skelette Ritter, Ratsherren, Jungfrauen und Blutvögte gleichermassen in das Reich der Toten holen. Der Basler Autor: «Der Totentanz fasziniert mich schon von Kindesbeinen an. Das Gemälde – ein Memento mori – erinnert daran, dass der Tod jeden ganz plötzlich aus dem Leben reissen kann.» So ergeht es auch Kilian, dem jüngeren Bruder der Protagonistin Thea Blum: Bei einem gemeinsamen Spaziergang am Basler Rheinbord stürzt der Junge in einem unbeachteten Moment in den Rhein und ertrinkt. Thea, von Selbstvorwürfen geplagt, beginnt sich sodann mit dem Tod auseinanderzusetzen.

Was kommt danach?
«Die Frage, was nach dem Tod kommt, beschäftigt mich schon lange. Der Roman bot mir den Raum, verschiedene Möglichkeiten auszuloten. Aber die Antwort auf diese gewichtige Frage habe ich dabei nicht gefunden», sagt der 44-jährige Familienvater schmunzelnd. Das Buch soll aber keineswegs düster und morbide daherkommen, betont er, und verweist auf die humorvolle und skurrile Seite seines Werkes. Vado Mori spielt hauptsächlich in Basel und ist zur Abwechslung mal kein Krimi, sondern ein Roman mit historischem Hintergrund. Der Autor, selber Basler, weiss, wovon er spricht: «Um möglichst wahrheitsgetreu berichten zu können, habe ich die verschiedenen Schauplätze unter die Lupe genommen.» So war Blätter mehrmals zu Besuch im Leonhardsgymnasium und hat das Lehrerzimmer und die Aula genau inspiziert. Weitere Schauplätze sind der Kannenfeldpark, der Rümelinsplatz, das Warteck-Areal, der Münsterplatz und der Rosshof.

Mit seinen Einfällen hat der Hausmann und Sachbearbeiter beim Kanton Basel-Stadt 528 Seiten gefüllt – eine beachtliche Zahl für ein Erstlingswerk. Auf die Frage, wie man so etwas zustande bringt, antwortet er: «Es ist, wie wenn ich beim Wandern vom Berg ins Tal schaue – ich kenne den Start und das Ziel, doch Wege dazwischen gibt es viele.» Nach drei langen und intensiven Jahren ist Blättler nun am Ziel angelangt.


28. Januar 2012 – Basler Zeitung

Gefährliche Gedankenreisen

Von Dominik Heitz

Und plötzlich geschieht das Unfassbare: Der elfjährige Kilian fällt in den Rhein, ertrinkt. Seine vier Jahre ältere Schwester Thea, die auf ihn hätte aufpassen sollen; quälen seither Selbstvorwürfe, Sehnsuchtsgefühle nach ihrem toten Bruder, Jenseitsgedanken. Sie taucht ab in eine riskante Traumwelt, die uns Markus Blättler im Jugendbuch «Vado Mori» (Ich gehe sterben) mit viel Fantasie lebendig und eindringlich beschreibt. Vertraute Kulisse dieser morbiden wie lebensfreudigen Geschichte ist Basel. Und wie um das Mass baslerischer Eigenart in diesem um Leben und Tod spielenden Roman voll zu machen, wird der Totentanz noch eingeflochten. Die 39 Bilder samt Versen nehmen sich als Vignetten vor jedem neuen Kapitel hübsch aus, sind aber eigentlich eher irritierend. Denn die Geschichte handelt weniger von Menschen, denen nichts ahnend der Tod erscheint, sondern von Menschen, die dem Leben ausgeliefert sind: beziehungsgestörte Mitschülerin, karrierewusste Mutter, liebesbedürftiger Vater, von verstorbener Patientin heimgesuchte Psychologin – und Thea auf der Suche nach ihrem toten Bruder. Die gefährlichen Gedankenreisen, bei denen Thea in das groteske Totenreich Esteradon wortwörtlich abtaucht, erinnern ganz entfernt an Philip Pullmans Trilogie «His Dark Materials» und sind ein Ringen zwischen Gut und Böse, ein Kampf zwischen Glaube und Nihilsmus, zwischen Leben und Tod, eine Auseinandersetzung zwischen Macht und Gerechtigkeit, Vergangenheit und Zukunft, aber auch ein Wandlungsprozess von der Kindheit ins Erwachsenendasein. Das alles ist lebensnah und bildstark in Worte gefasst.


Februar 2012 – B wie Basel
 
Thea Blum, Schülerin am Gymnasium Leonhard, fühlt sich schuldig am unglücklichen Tod ihres Bruders. Immer wieder glaubt sie, eine fremde Stimme zu hören, die ein ihr unbekanntes Wort flüstert. Sie sondert sich nach und nach von ihren Schulkolleginnen und -kollegen ab und freundet sich mit einer anderen Aussenseiterin an, mit Kerstin, der selbsternannten Nachreiterin. In ihrem Beisein hat Thea unheimliche Erlebnisse und Erfahrungen. Was ist Realität, was ist Einbildung? Ist die Grenze zwischen Leben und Tod wirklich so starr, wie viele glauben? Und was hat das alles mit dieser anderen Welt im Mittelalter zu tun, zu der Zeit, als in Basel der Totentanz errichtet wurde? Bald steht Thea vor einer schweren Entscheidung, welche die Gegenwart verändern könnte – die Toten beginnen zu tanzen.
 
Der Debütroman des Baslers Markus Blättler ist eine Mischung aus historischem Roman und Fantasy. Er liest sich leicht und ist äusserst spannend. Die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind faszinierend, und man versteht relativ rasch die Zusammenhänge, auch wenn die Geschichte selbst bis zum Schluss packend bleibt.

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Kommentare

Schnyder Sylvia

2012-04-27 10:44

Eine phantastische Geschichte vor dem historischen Hintergrund der altehrwürdigen Stadt. Spannend und bildgewaltig erzählt. VADI MORI: Ein „Läckerli“ auch für nicht-Basler!
Bettina Carpanetti

2012-02-18 13:54

536 Seiten in zwei Tagen gelesen, oder besser gesagt verschlungen! Das sagt eigentlich bereits alles.
Extrem spannend und mitreissend. Sehr empfehlenswert.
Herzliche Gratulation!
Thomas Gass, Hochwald u.Zürich Jan. 2012

2012-01-28 22:44

Vado Mori – Ein ganz aussergewöhnlicher Roman. Das Erstlingswerk des Basler Autors Markus Blättler entführt den Leser in zahlreichen spannenden und unglaublich bildlich gesprochenen Sequenzen ins mittelalterliche wie auch ins heutige Basel und schliesslich weit darüber hinaus.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die jugendliche Gymnasiastin Thea Blum, deren jüngerer Bruder vor kurzem während eines gemeinsamen Spaziergangs an der Rheinpromenade, in einem Moment der Unachtsamkeit, in den Rhein fällt und ertrinkt. Thea scheint sich danach in einer Spirale von Schuldgefühlen und Kummer immer zunehmender von der Umwelt abzukapseln, bis sich zwischen ihr und ihrer schrägen Klassenkameradin Kerstin Hammerich eine Art Freundschaft anbahnt, die vieles in Theas jungem Leben auf den Kopf stellen wird. Thea wünscht sich nichts sehnlicher, als ihren verstorbenen Bruder noch einmal zu sehen.
Die Geschichte erzählt dann sehr unterhaltend den Alltag von Thea und ihrem alleinerziehenden Vater. Ebenfalls führt die Geschichte den Leser in sehr anregender Art an das Mysterium des Todes heran. Ein Roman, welcher den Leser spannend mitnimmt auf eine Reise durch die Stadt Basel und weiter, dorthin, wo der Totentanz Wirklichkeit wird.
Fesselnd erzählt und voller überraschender Wendungen kann man einmal begonnen, das Buch kaum mehr weglegen. Zu spannend entwickelt sich diese fantastische Geschichte. Der Roman macht Lust, die vielen sehr präzise recherchierten, real existierenden Schauplätze der Geschichte einmal zu besuchen. Ein faszinierendes Werk, das ich weiterempfehlen möchte.

König Sylvia

2012-01-26 12:25

Ich habe mit grosser Spannung 'Vado Mori ' gelesen und es regelrecht verschlungen.
Es ist wie im Leben, am Ende fügt sich alles zusammen, so auch in diesem überaus spannenden Buch.
Die Charaktere sind so lebendig und einfühlsam beschrieben, dass sie schon bald zu 'lieben Freunden' werden und man am Ende unglaublich gespannt ist, was aus diesen Personen in der Zukunft wird.
Man sieht sich auch die Basler Altstadt, sei es um den Petersplatz, oder um den Wettsteinplatz etwas bewusster an und hat beinahe das Gefühl, man müsste Thea, oder Kerstin begegnen.
Dieses Buch kann ich nur jedermann weiter empfehlen und ich selbst warte sehnsüchtig und voller Hoffnung auf eine Fortsetzung ...
Ich werde es auch in Zukunft immer mal wieder lesen.